Forschung
Das LBI für Kardiovaskuläre Forschung hat vier Forschungsschwerpunkte:
Kardiovaskuläre Remodellierung
In der Forschungsgruppe „Kardiovaskuläre Remodellierung” wollen wir herausfinden, wie das Herz und die Blutgefäße auf Verletzungen und Stress reagieren, um Strategien zum Schutz und zur Reparatur von Herz-Kreislauf-Gewebe zu entwickeln. Unsere Forschung untersucht, wie Myokardischämie/Reperfusion, Hypertrophie und Herzinsuffizienz das Herz umformen und wie Therapien diese Veränderungen verhindern oder rückgängig machen können. Mithilfe fortschrittlicher Tiermodelle, isolierter Herzen und modernster Bildgebung verfolgen wir zelluläre, biochemische und funktionelle Reaktionen im Zeitverlauf. Zwei Leitprojekte bestimmen unsere Arbeit: die Untersuchung von Tenascin C bei Herzfibrose und Krankheitsprogression bei hypertropher Kardiomyopathie sowie die Untersuchung der Wechselwirkung zwischen zirkulierenden Blutzellen und dem Endothel während der Thrombusauflösung. Beide Projekte stehen in engem Zusammenhang mit der Biomarkerforschung und Implantatstudien und verbinden mechanistische Erkenntnisse mit translationaler Bedeutung.
Kardiovaskuläre Biomarker
In der Forschungsgruppe „Kardiovaskuläre Biomarker“ nutzen wir die im Blut enthaltenen Informationen, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen besser zu verstehen, früher zu erkennen und gezielter zu behandeln. Durch die Analyse von Blutplättchen und kleinsten zellulären Botenstoffen, den sogenannten extrazellulären Vesikeln, untersuchen wir, wie Blutgerinnsel entstehen, wie Entzündungsprozesse die Herzgesundheit beeinflussen und wie medizinische Geräte mit dem Blut interagieren. Ein Schwerpunkt liegt auf der Verbesserung der Sicherheit und Leistungsfähigkeit mechanischer Herzunterstützungssysteme, ein weiterer auf der Entwicklung von Blutbiomarkern zur Verlaufs- und Therapiekontrolle bei kardialer Amyloidose. Gemeinsam verfolgen diese Projekte das Ziel, praxistaugliche, personalisierte Erkenntnisse zu gewinnen und die Versorgung von Patient:innen nachhaltig zu verbessern.
Kardiovaskuläre Implantate
Die Forschungsgruppe für kardiovaskuläre Implantate hat sich zum Ziel gesetzt, die Entwicklung der nächsten Generation von Herztherapien vorantreiben, indem sie KI-gestützte Diagnostik mit intelligenteren, blutverträglichen Implantaten kombiniert. Die Forscher:innen entwickeln digitale Biomarker, um personalisierte Behandlungen von Herzinsuffizienz zu ermöglichen, und optimieren gleichzeitig die Oberflächen der Implantate, um Gerinnungsstörungen und Komplikationen zu reduzieren. Zusammen zielen diese Bemühungen darauf ab, kardiovaskuläre Eingriffe sicherer, effektiver und auf jeden Patienten individuell zugeschnitten zu machen.
Inflammation
Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden zum Teil durch chronische Entzündungen in der Gefäßwand verursacht, doch die zellulären Prozesse, die diese Entzündungen aufrechterhalten, sind noch nicht vollständig geklärt. Dieses Projekt untersucht, wie Immunzellen beschädigte Mitochondrien verarbeiten, entweder durch interne Wiederverwertung oder durch Freisetzung in das umgebende Gewebe, und wie dieses Gleichgewicht zur Atherosklerose beitragen kann. Durch die Aufklärung dieser Mechanismen sollen neue therapeutische Strategien zur Verringerung von Gefäßentzündungen und zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs identifiziert werden.